Nicht Nachmachen!

Das Bärlauchbeet  in meinem Waldgarten hinter der Hainbuchenhecke breitet sich immer weiter aus. Nun wächst auch ein Büschel des Frühlings-Zwiebelgewächses gleich neben den Herbstzeitlosen. Das habe ich bei der morgendlichen Bärlauch-Ernte fürs Omelett bemerkt . Ich habe schnell ein ein paar Fotos gemacht, bevor ich die giftigen Zwiebelblüher nun endlich in eine andere Gartenecke verpflanzen werde.

So direkt nebeneinander wird man Bärlauch (rechts) und Herbstzeitlose (links) in der Natur kaum finden, aber um so besser sieht man im direkten Vergleich die Unterschiede. Die Blätter von der Herbstzeitlosen sind gekielt, also am Mittelnerv in der Länge nach oben gefaltet. Und sie sind schmaler als die Blätter des Bärlauches. Diese erkennt man natürlich auch an ihrem zwiebeligen Geruch. 

 



Monster-Minze

Sie ist mein Favorit für Minztee, weil milde im Geschmack. Ihre eher rundlichen, flauschig-behaarten Blätter laden jedes Mal zum Berühren ein, wenn ich an den Pflanzen vorbeikommen. Aber sie ist auch sehr starkwüchsig, die Apfelminze (Mentha suaveolens). Ihre meterlangen Wurzelausläufer bohren sich fast waagerecht durch die Erde und kommen dann an Stellen hervor, wo man die Minze nicht vermuten würde und meist auch nicht haben möchte. Daher ist es wichtig,  jetzt im Frühjahr die Ausreißer-Minze einzudämmen. Ich lockere hierfür den Boden rund um die Pflanzstelle erst mit einer Grabegabel auf und ziehe die Wurzeln dann vorsichtig heraus. Dabei steigt mir der aromatische Minzduft in die Nase und ich freue mich trotz der Mühen auf den ersten frischen Apfel-Minztee in diesem Jahr.

 



Tulpen bringen Farbe

Das frostige Wetter bremst gerade die Frühlingsblüher im Wachstum. Um so wichtiger ist ein bisschen mehr frische Farbe im Haus. Auf unserem kleinen Wochenmarkt hat die Tulpe am Blumenstand jetzt Hochsaison. Ich mag es bunt und kann mich an den eleganten und farbenfrohen Zwiebelblühern nicht satt sehen. Sie sind der Inbegriff einer Blüte. Schon in der Grundschule dient die Tulpe im Sachkundeunterricht als Paradebeispiel für den Aufbau einer Blüte. Alles Blütenteile sind gut zu sehen und im wahrsten Sinne auch zu begreifen. Die samtigen Blätter der Blütenkrone, die Staubblätter mit dem pludrigen Pollen daran und der Griffel in der Blütenmitte mit der dreiteiligen Narbe, an der die Bienen den Blütenstaub abstreifen. Im Fruchtknoten darunter können sich damit dann aus den Samenanlagen keimfähige Samen entwickeln.

 



Erste Aussaaten

Schon ist die erste Märzwoche herum und ich habe noch gar nichts ausgesät in diesem Jahr... Es  wird Zeit für die die Aussaat von Chili, Pimientos und Co. Saatgut hierfür liegt bereit, teilweise sogar selbst geerntet - noch ein kleines Stück mehr Unabhängigkeit bei der eigenen Versorgung mit leckerem und gesundem Gemüse. Ich säe die Paprika-Sorten und auch die Tomaten inzwischen gleich einzeln in kleine Anzuchtpaletten. Das  vereinfacht  das Pikieren bzw. Auspflanzen. Die Aussaaten kommen in kleine Minigewächshäuschen und diese an einen hellen Platz unter ein Dachfenster. Der Lichteinfall von oben sorgt für gerades Wachstum. Jetzt etwas Geduld und bald werden die Keimblättchen sprießen.

 



Winterlings Winterblüten

Es ist Anfang Februar und im Garten gibt es neue Blüten zu bewundern. Die Winterlinge haben ihre von einem grünen Blattkragen umgebenen gelben Blüten aus der Erde geschoben und öffnen diese im Sonnenschein für ein paar Stunden. Im jährlichen Blütenreigen sind sie immer ganz vorn dabei, zusammen mit Schneeglöckchen und Zaubernuss. Die so zart aussehenden, kleinen Knollenpflanzen vermehren sich am besten an geschützten Plätzen, wo die Wintersonne hingelangt und man den Boden ansonsten über das Jahr in Ruhe lässt. Also weder Unkraut jätet, noch umgräbt. Am Rand einer Hecke beispielsweise, wo die kleinen Knollen im Boden den Sommer über beschattet werden und nicht so leicht austrocknen. 



Keimsprossen - Plan B

Im neuen Jahr erwacht beim emsigen Küchengärtner die Vorfreude auf die neue Gemüsesaison und die ersten Aussaaten. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, bietet sich für den kleinen Anzuchterfolg schon einmal die Aussaat von besonders vitaminreichen Keimsprossen beziehungsweise neudeutsch"Microgreens" an. Das Angebot an Sorten hierfür ist inzwischen enorm. Ich habe mich in diesem Winter für Daikon-Rettich und Brokkoli entschieden. Das Gute daran, für den Preis von etwa 3 Euro bekommt man eine erklägliche Menge an Samen, von denen man im kommenden Frühjahr auch noch Einige zu richtigen Gemüsepflanzen heranziehen kann - doppelter Nutzen also.



Schutz für Winter-Gemüse

Ein besonders erfolgreiches Hochbeetjahr ist für mich eines mit einer besonders langen Erntezeit. Wenn im November die ersten Nachtfröste drohen, kommen die Frühbeetabdeckungen wieder auf die Beete. Darunter kann ich einige Kulturen noch länger erntefähig halten wie in diesem Jahr Salat, Winterhecke, Wilde Rauke oder Mangold. Und auch die im Frühherbst gesäten Winterkulturen wie Feldsalat oder Winterspinat können Schutz vor zu viel Regen oder Schnee gut gebrauchen. Allerdings halte ich die Frühbeetdeckel immer etwas geöffnet, solange noch kein starker Frost droht. Mal sehen, wie lange es noch frisches Grün zu ernten gibt. 

 



Samen selber ernten

Einige meiner Lieblings-Sommerblüher wie Ringelblume, Prunkwinde und Tagetes  ziehe ich jedes Jahr aus Samen selber an, weil es so einfach und auch nachhaltig ist. Und preiswert, wenn man die Samen selber erntet. Das geht ganz leicht. Einfach einige Fruchtstände abpflücken, wenn sie braun und trocken sind. Diese och ein paar Tage ausgebreitet nachtrocknen an einem mäßig warmen Platz. Dann die Samen von den Fruchtschalen trennen und sie  in beschrifteten Papiertütchen lagern bis zum nächsten Frühjahr. Auch vom Hochbeet kann man selber Samen sammeln wie zum Beispiel von Rauke oder Asiasalaten. Diese blühen meist im Sommer nach der Aussaat und tragen dann im Herbst reife Samen. Versucht es auch einmal.

 



Herbstbeginn

Jetzt ist der Herbst da: immer mehr Sträucher im Garten tragen bunten Fruchtschmuck, allen voran die Wildrosen. Das Laub beginnt sich zu verfärben und Herbststauden wie Astern erfreuen im Beet mit ihren kräftigen Blütenfarben (Foto). Nicht zu vergessen der Ruf der Kraniche, der den Blick zum Himmel richten lässt. Dort fliegt in V-Formation eine Gruppe Kraniche vorbei. Ist das noch ein Übungsflug oder schon der Start auf den Weg in den Süden? Allerdings bleiben auch immer mehr der imposanten Zugvögel den Winter über hier in unseren Breiten, wohl aufgrund des Klimawandels.

 

 



Edle Blüten, zarter Duft: Die Lions-Rose

Die Beetrose ‘Lions-Rose‘ vereint alle guten Eigenschaften, die eine schöne Gartenrose haben sollte. Sie hat sehr gesundes Laub, kräftige Triebe ohne Stacheln, wunderschöne Blüten mit zartem Duft und blüht lang und ausdauernd. An der zweiten Blütenphase im September kann ich mich gerade wieder erfreuen. Die champagnerfarbenen Blütenknospen werden beim Aufblühen heller. Die Blüten der Lions-Rose sind zwar gefüllt, aber unsere Bienen besuchen sie trotzdem gern und finden im Blüteninneren anscheinend trotzdem Nektar und Pollen. Die Rose stammt vom norddeutschen Züchter Kordes und ist ADR-prämiert.

 

 



Kernige Früchte: Brombeeren

Mischkultur der besonderen Art: Aus unserem großen Kirschlorbeerstrauch am Teichrand wachsen seit einigen Jahren Brombeerranken mit leckeren Früchten heraus. Das Geäst des Kirschlorbeers schützt bei der Ernte vor allzu direktem Kontakt mit den stacheligen Trieben. Tag für Tag werden die schwarzen, aromatischen Früchte jetzt reif.  Jeden Morgen landet eine Handvoll davon zusammen mit den ersten Äpfeln aus dem Garten und Melone, Ingwer, Leinöl  und Orangensaft in unserem Frühstückssmoothie. Denn was Goji und Co. können, hat die heimische Brombeere schon lange drauf. Vitamine, Mineralien, Folsäure und eine Menge Anthocyane, also Pflanzenfarbstoffe, sorgen für unsere Gesundheit. Brombeerkonfitüre habe ich auch schon gekocht. Die ist aber nur etwas für kernige Typen.



Farbenfroher Mangold

Mangold stand früher nicht so auf meiner Hochbeet-Wunschliste. Aber  vor ein paar Jahren habe ich einmal einige Jungpflanzen aus der Nachbarschaft geschenkt bekommen und deren üppiges Wachstum hat mich dann leckere Rezepte im Internet aufspüren lassen. In diesem Jahr ist die eigene Aussaat der Sorten-Mischung 'Bright Lights' gelungen und es gab schon Tagliatelle mit einer pikanten Mangold-Tomaten-Senfsahnesoße. Vegan ist der sommerliche Spinat-Ersatz lecker in Kombi mit Möhre und Kichererbse in einer Kokos-Currysoße. Wichtig ist, die knackigen Stiele in kleine Stücke zu schneiden und etwas vor zu dünsten und erst später das grob zerkleinerte Blattgrün hinzuzugeben. So wird alles gleich zart. Mal sehen, was als Nächstes mit Mangold auf den Teller kommt...

 

 



Staude des Jahres: Blutweiderich

Die langen, purpurroten Blütenrispen des Blutweiderichs (Lythrum salicaria) bestimmen jetzt den Blühaspekt an unserem Teich. Die attraktive Wildstaude wurde für 2024 zur "Staude des Jahres" gewählt. Ihr lanzettliches Laub liefert den Bezug zum Namensteil "Weiderich", die Blütenfarbe entspricht dem "Blut" im Namen. Ein Argument für die Wahl zur Staude des Jahres ist sicher, dass die Blüten Nektar spenden für Schwebfliegen, Wildbienen und Schmetterlinge. Und das Laub der Pflanzen ist wichtige Nahrungsquelle für einige Nachtfalter wie das selten gewordenen Nachtpfauenauge. Die schon zu Urzeiten in Mitteleuropa beheimatete Wildstaude hat zudem auch eine Bedeutung in der Volksmedizin. Viele Gründe, sie in den Garten zu holen und am besten in Wassernähe zu pflanzen.



Hortensiensommer

Auf einmal fallen sie auf: Den opulenten Blütenstände der Bauern-, Schneeball- und Rispenhortensien in meinem Garten kann man zur Zeit wirklich beim Wachsen zusehen. Das erst nicht zu warme und nun recht feuchte Sommerwetter lässt sie üppigst wachsen. Der Blütenreigen begann mit ‘Annabelle' mit ihren großen weißen Blütenbällen. Dann folgte meine rosafarbene Endless Summer-Hortensie und auch die ersten Blütenstände der Rispenhortensien ‘Limelight‘ und ‘Candlelight’ (Foto) gewinnen jetzt schon immer mehr an Farbe und Größe.
Was die Blütenpracht ausmacht und die Insekten anlocken soll, sind nicht die Hortensien-Blüten selbst, sondern die sie umgebenden Hochblätter und die sind viel haltbarer als erstere. Ein schöner Schachzug der Natur, den die Rispenhortensien-Züchter noch versuchen zu verstärken, durch eine besonders schöne, oft rötliche Herbstfärbung der zuerst hellen Hochblätter.

 

 



Da haben wir den Salat

Eigentlich bin ich ja Pflücksalatfan. Aber aus Mangel an anderen Gemüsesetzlingen, habe ich im Frühjahr ein Pack Bio-Kopfsalate aus dem Gartencenter mitgenommen. Ich habe sie in die Bereiche der Hochbeete gepflanzt, die ich mit Frühbeetumrandungen versehen habe. Trotz vieler Wetter-Kapriolen haben sie sich prima entwickelt und dank der frühen Pflanzzeit sind sie bisher auch nicht von Blattläusen befallen. Jetzt genießen wir die zarten und auch die etwas derberen Blätter aus dem Außenbereich täglich als Salat mit verschiedenen Dressings oder auch nur als Unterlage für Käse oder Räucherlachs auf dem Sandwich. Heute Abend kommen einige Blätter in asiatische Summer-Rolls mit gedünstetem Gemüse und Garnelen - ein lecker-leichter Abendsnack.

 

 



Auf alle Fälle Iris

Zuerst öffnen sich erste Blüten bei der Bart-Iris im Senkgarten, nun blüht die Wiesen-Iris am Teichrand (Foto). Und aus dem Teich leuchten die  Blütenstände der Sumpf-Iris. Ab Mitte Mai ist Iris-Zeit in meinem Garten und die wunderschönen Blüten dieser Pflanzengattung faszinieren jedes Jahr aufs Neue. Vor allem, wenn man rechtzeitig auf Schnecken achtet, die leider schnell zur Stelle sind und gern auch mal die saftigen Stiele der Blütenstände so anbeißen, dass diese oft noch vor dem Erblühen plötzlich herunterhängen. Da  gilt es aufzupassen und die Übeltäter in den Abendstunden abzusammeln. Das Iris-Laub ist bis in den Herbst attraktiv und setzt schöne Akzente zu anderen Stauden mit zum Beispiel rundlichen oder fingerförmigen Blättern.

 

 



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Der Mai ist gekommen

Erst der Frost, jetzt wieder Sonnen-Dauerbeschuss. Das ist nicht so das richtige Maiwetter zum Wachsen und vor allem zum Pflanzen. Und ich hab noch Einiges in Töpfen, dass einen neuen Platz sucht. Gleichzeitig sprießt der Giersch mit dem Schachtelhalm um die Wette und beide Gartenplagen tauchen überall auf, wo sie nicht sollen. So viel Gierschpesto oder Schachtelhalmbrühe kann ich gar nicht herstellen. 

Im Gartenteich hat sich Familie Ringelnatter wieder eingefunden und zu unseren Teichmolchen gesellt sich jetzt auch der eine oder andere Kammmolch. Das Pflanzendickicht der Flachwasserzone gibt ihnen Schutz Die Natur ist auf dem Vormarsch in meinem Garten. Vielleicht sollte man den Giersch gewähren lassen und als pflegeleichten Bodendecker nutzen? Mehr Zeit für den Liegestuhl und ein gutes Buch wären der Dank der Natur dafür. Auf einige meiner Lieblingsstauden müsste ich dann allerdings bald verzichten.

 



Gemüse-Kindergarten auf dem Hochbeet

Der Frühbeetkasten tut bei dem unbeständigen und zur Zeit wieder sehr kühlen Wetter gute Dienste auf dem Hochbeet. Darunter sprießen Fingersalat, Spinat und Dicke Bohnen. Morgens etwas lüften sobald die Sonne scheint, abends die Luken wieder dicht. Und täglich einmal unter das Schneckenbrett gucken, ob sich noch Jungschnecken darunter verkrochen haben - Fehlanzeige. Zur Zeit herrscht seltsame Ruhe im Hochbeet vor den Schleimern. Durch die Frühbeet-Abdeckung kommt natürlich kaum Regen (und zum Glück auch kein Hagel) an die jungen Pflänzchen. Daher ist es  wichtig, den Gemüse-Kindergarten alle paar Tage vorsichtig zu wässern. Bald wird es wieder wärmer und dann ist es sicher nicht mehr lang hin und ich kann die Abdeckung weglassen und den ersten Salat ernten.

 



Obstblüte

Plötzlich sind sie offen: Die Wärme lässt die Blüten von Kirsche (Foto), Mirabelle und Birne in leuchtendem Weiß erstrahlen. Unsere Bienen finden innerhalb kürzester Zeit ihr neues Ziel. Das muss ein Schlemmen für sie sein zur Obstblüte, aber auch viel Arbeit. Frost ist jedenfalls nicht in Sicht und auch die Apfelbaumblüten zeigen schon rosa Spitzen. Dank der Wärme und des Regens der letzten Wochen scheint alles mindestens zwei Wochen früher im Wachstum zu sein. Dann hoffen wir mal auf reichen Fruchtsegen im Sommer und bis dahin auf ausreichend Regen und keine zu starken Hitzeperioden.

 

 



Helden im Staudenbeet: Taglilien

Das frische Maigrün ist wirklich nicht zu übersehen: Die dichten Horste von meinen Taglilien stehen schon voll im Laub (Foto). Dabei wird mir wieder einmal bewusst, wie zuverlässig diese langlebigen Stauden sind. Und mit ihrer Bandbreite an Sorten liefern sie Blüten vom Mai bis in den September. Der Blütenreigen beginnt meist mit der halbhohen und reichblühende Sorte ‘Corky’. Die schmalen, gelben Blütenkelche sind außen rotbraun angehaucht - ein Hingucker ab Ende Mai. Jeden Tag öffnen sich neue Knospen, immer für einen Tag lang.

Kein Schneckenfraß, keine Blattläuse, Taglilien sind robust und wüchsig ohne zu wuchern. Nur Gallmilben lassen bei später blühenden Sorten einige Blütenknospen blasig aufquellen. Diese pflücke ich vor dem Aufblühen und dann ab in die Biotonne.